Geschichte der Kelten

Die Geschichte der Kelten

Die Kelten und ihre Kultur haben Europa sowie Teile von Eurasien über ein Jahrtausend lang geprägt. Die Kelten leben vor allem in Sagen, Musik und in der Sprache fort, auch wenn sie uns außer Fundstücke nicht unbedingt viel hinterlassen haben. Zahlreiche Mythen ranken sich um das einzigartige Volk. Überlieferungen in schriftlicher Form gibt es jedoch nur wenige. Dennoch ist ihre Kultur in Mitteleuropa bis heute allgegenwärtig. Ihr Siedlungsgebiet erstreckte sich von Spanien bis zur heutigen Türkei sowie von Italien bis nach Skandinavien und natürlich auf die Inseln Großbritanniens.

Das keltische Volk

Man zählt über 400 Stämme zu den Kelten. Nicht alle sind uns heute namentlich bekannt. Wir kennen jedoch die Boier, die Belger (aus Belgien), die Bologna oder etwa die Hevetier. Unter dem Begriff Gallier versteht man übrigens einen Sammelnamen, dem Julius Caesar allen Stämmen von ihnen gegeben hat, die im heutigen Frankreich lebten. Durch die Niederlage des letzten Königs in Gallien im Kampf gegen Caesar, war auch die Blütezeit der Kelten und ihrer Kultur zu Ende.

Nur einen Gallier kennen wir heute fast alle: Asterix, der bereits seit über 40 Jahren unserer Herzen als Comic-Figur gewinnt.

Die Kelten - eine rätselhafte Kultur

Das erste uns namentlich bekannte Volk in Mitteleuropa sind die Kelten. Zudem gelten sie als das älteste Volk im Norden der Alpen, dessen Namen wir heute noch kennen. Viele Menschen verbinden die Kelten mit etwas Mystischem und Magischem. In den meisten Darstellungen werden sie als besonders rätselhaft beschrieben. Einige Gelehrte nennen sie “das Volk aus der Dunkelheit oder aus dem Dunkeln”.

Es liegt wohl daran, dass man lange Zeit wenig wusste, was die Herkunft dieser Menschen betrifft. Mittlerweile geht man jedoch davon aus, dass sie nicht, wie zuerst angenommen, aus Asien nach Westen wanderten, sondern dass sich ihre Wurzeln tatsächlich in Europa befinden. So hat es sich bei diesen Menschen vermutlich um Streitaxtleute gehandelt, wie man sie nannte, die als sogenannte Indogermanen Europa besiedelten. Man schätzt, dass dies ca. um das Jahr 2000 vor Christus gewesen ist.

Heute geht man davon aus, dass diese Indogermanen sich in vielen Gebieten unter die sogenannten “Grosteingräberleute” gemischt haben. Diese hatten vermutlich damals große Kultstätten wie beispielsweise Stonehenge errichtet, und nicht die Kelten, wie man lange Zeit dachte. Wahrscheinlich haben sich die Streitaxtleute einfach mit den damaligen Siedlern gemischt und zusammen mit ihnen die Kultur der Bronzezeit eingeleitet. In dieser Zeit bildeten sich wohl die Grundlagen der keltischen Kultur. Ihre tatsächlichen Wurzeln lassen sich allerdings erst später, auf das Jahr 800 vor Christus, datieren.

Klar bestimmen kann man in jedem Fall den Einfluss und die Macht von keltischen Fürsten. Diese lassen sich auf das 6. Jahrhundert vor Christus bestimmen. Aufgrund von Grabbeigaben in Hügelgräbern geht man heute davon aus, dass sich ihr Gebiet damals vom Osten Frankreichs bis hin nach Südwestdeutschland sowie bis in den Norden der Schweiz erstreckte. Heute gilt dieses Gebiet als die Ausgangsregion der keltischen Kultur. Wir sehen also, dass ihre Heimat nicht in der Fremde liegt, sondern mitten im Herzen Europas.

Uralte keltische Würzel

Die Urheimat der Kelten ist also mitten in Europa zu finden. Seltsam, dass uns ihre Kultur dennoch so fremd erscheint. Ihre Bräuche und Riten sind für uns ein einziges Mysterium. Alles, was wir von ihnen wissen, wissen wir aus Darstellungen und Erzählungen von antiken Beobachtern, die aus Griechenland und Rom stammten.

Meist rückten diese Beobachter sehr skurrile und rätselhafte Legenden in den Mittelpunkt ihrer Beobachtungen. Nicht selten werden die Kelten als Barbaren angesehen. Doch waren sie das wirklich? Wer die Kelten als ein einziges Volk bezeichnet, macht es sich sehr einfach. Eine nationale oder auch politische Identität der Kelten existierte nicht. Die Kelten gründeten niemals ein eigenes Reich. Beschrieben wurden sie von ihren Nachbarn stets als gefürchtete Feinde, die dem Feind stets ohne Furcht entgegentreten.

Für die Griechen und Römer waren sie mehr als unzivilisiert. Schon seit jeher mussten sie also mit zahlreichen Vorurteilen und Klischees leben.

Die keltische Kultur

In der “großen Zeit” prägten sie zwei sehr bedeutende Epochen. Die Hallstattzeit war eine dieser Epochen, die zwischen den Jahren 800 und 450 vor Christus liegt. Viele Menschen sehen diese Zeit sehr gerne als die Geburtsstätte von keltischer Kultur. Benannt ist diese Zeit nach dem österreichischen Ort Hallstadt. Schon im Jahre 1000 vor Christus wurde hier Salzabbau betrieben, wodurch man Nahrungsmittel nun endlich konservieren konnte. Dies war eine entscheidende Voraussetzung für den Transport von Lebensmitteln in andere Regionen, die weiter entfernt lagen. Sie legten somit die Grundlage für eine Erweiterung ihres Kulturraumes.

In dieser Zeit wurde im Herzen Europas das Eisen zum beliebtesten und wichtigsten Metall. Die keltischen Schmiede konnten durch ihre handwerklichen Fähigkeiten in diesem Bereich für Begeisterung sorgen.

Was die Beisetzungen betrifft, so haben sie zu dieser Zeit damit begonnen ihre Angehörigen in Hügelgräbern beizusetzen.

Ab dem Jahre 680 vor Christus trieben viele Stämme des heutigen Frankreichs einen lebhaften Handel mit den Griechen. Davon betroffen war vor allem Massalia, das heutige Marseille. Diese Tatsache hatte einen sehr großen Einfluss auf das tägliche Leben sowie die Kunst zu dieser Zeit.

Es gibt auch eine spätere Kulturepoche, die nach dem Ausgrabungsort in der Schweiz bezeichnet wurde: die La Tène-Kultur. Hier entdeckte man zahlreiche Waffen, Kunstgegenstände und Werkzeug, das zeigt, wie sehr sich die Kultur weiterentwickelte. Der Einfluss von Griechenland ging wieder zurück und ein keltischer Stil entstand.

Keltische Religion und Kult

Die keltische Kultur kennt eine große Anzahl an Gottheiten, darunter auch sehr viele Göttinnen. Sie repräsentierten Flüsse und Quellen, Gebirge, Wälder usw. Die Gottheiten waren der Mittelpunkt des Lebens, denn man stellte sich vor, dass jeder Bereich des Lebens von einer höheren Macht bestimmt wurde.

Bei den Iren sind uns vier spezielle Jahreszeitenfeste bekannt. Die wohl wichtigste ist die Jahresnacht “Samhain”, die heute unter dem Begriff “Halloween” gefeiert wird. Am 1 Februar feierten sie das Fest Imbolc, das Lichtfest. Danach folgte die Jahresmitte “Beltaine”, das als Höhepunkt des keltischen Jahres angesehen wurde. Beltaine zählt zu den Feuerfesten, an denen man Holzstöße anzündete und im Schein der Flammen zusammen feierte. Der “Abend des Jahres” wurde als Lughnasa gefeiert, der den Herbst einläuten sollte. Wir sehen also, dass auch wir einige Bräuche der keltischen Kultur übernommen haben auch wenn uns dies gar nicht so bewusst ist.