Keltische Frauen

Frauen in der keltischen Kultur

Verehrt wurden keltische Frauen bereits von den Römern und Griechen aufgrund ihrer Schönheit und ihres Mutes. Zudem sagt man ihnen eine außerordentlich hohe Fruchtbarkeit nach. Zwar konnte man noch nicht von Gleichberechtigung sprechen, denn damals bei den Römern und Griechen, ging der Besitz einer Frau direkt an den Ehemann über. Dieser durfte seine Frau züchtigen und in manchen Fällen sogar töten. Die Töchter wurden in der damaligen Zeit ganz nach Lust und Laune verheiratet. Oftmals entschied man aufgrund politischer Überlegungen, damit Bündnisse geschaffen oder gefestigt wurden.

Zwar war dies auch bei den Kelten sehr ähnlich, dennoch scheinen keltische Frauen gegenüber Römerinnen und Griechinnen deutlich mehr Einfluss und Freiheit gehabt zu haben. Schließlich verehrte man auch zahlreich Göttinnen und beschränkte sich nicht nur auf den männlichen Aspekt. Keltische Frauen scheinen deutlich selbstbewusster, stärker und auch wilder gewesen zu sein. Die Ehen glichen mehr einer Partnerschaft, adlige Frauen hatten oftmals ebenfalls politische Macht und Witwen erbten den Besitz ihrer Männer. Die Kelten waren also durchaus ein Vorbild!

Die Macht der Frauen

Man sagt, dass in einigen Keltengruppen geheißen hat, dass Frauen stolz und frei sein sollen. Caesar berichtete einst sogar, dass es Frauen in Britannien gab, die ihre Ehemänner miteinander teilten. Die starken, mutigen, meist hochgewachsenen keltischen Frauen traf man oftmals auch auf dem Schlachtfeld an. Eindeutig erwiesen ist jedoch nicht, ob sie dort auch tatsächlich gekämpft haben oder nur die Waffen getragen haben und ihre Männer ermutigen sollten.

Klar ist jedoch, dass keltische Frauen von den Römern und Griechen bewundert wurden und meist interessanter wirkten, als ihre eigenen Frauen, die sich “nur” um den Haushalt kümmerten. Den meisten Römerinnen und Griechinnen schien es fremd, selbstständig handeln zu dürfen. Vielleicht beneidete man die Keltinnen ja aufgrund ihrer Freiheit, vielleicht fürchtete man sich auch vor ihnen. Kann man hier vielleicht sogar Ähnlichkeiten mit der heutigen Zeit erkennen?

Kriegerinnen, Mütter und Jungfrauen

Wie so oft spiegeln die Mythen die Realität wider. In den Mythen und Legenden zeigt sich somit die Stellung, die die keltischen Frauen hatten. Für die damalige Zeit waren diese gleichberechtigt - bemerkenswert!

Die Frauen verfügten über ihr eigenes Vermögen und fungierten als Familienoberhaupt ebenso wie ihre Männer. Männer aus anderen Kulturen waren fasziniert von dieser Tatsache und gleichzeitig auch schockiert und verängstigt. Caesar berichtete einst, dass die Frauen ihr Vermögen mit den Männern teilten. Derjenige, der in einer Ehe länger lebt, erhält automatisch das Vermögen samt Gewinn. Für die Frauen war eine finanzielle Unabhängigkeit also selbstverständlich.

Waren die Ehepartner gleich vermögend, so waren sie auch rechtlich gesehen gleichgestellt. Verträgen konnten somit auch von der Frau annulliert werden, wenn sie ihr Nachteile brachten. Dieses Recht war nur dann eingeschränkt, wenn sie aus ärmlichen, niedrigeren Verhältnissen stammte und weniger vermögend war. Wenn sie es jedoch war, die das größere Vermögen in die Ehe brachte, galt der Mann auch als ihr Untertan. Man findet sogar Hinweise darauf, dass es einige Frauen gab, die mehrere Männer hatten. Zudem konnten sich Frauen auch dazu entscheiden, Jungfrauen, also unverheiratet zu bleiben. Dies bedeutete damals jedoch nicht, dass sie auch geschlechtlich enthaltsam leben mussten.

Gleichberechtigung - bis in den Kampf

Auch auf den Kriegszügen begleiteten Frauen ihre Männer. So findet man zahlreiche Sagen, die von tapferen Kriegerinnen berichten. Diese bildeten auch oftmals männliche Kämpfer aus. Oftmals verteidigten Männer, zusammen mit ihren Frauen das Land. In jedem Fall kamen auch noch Göttinnen hinzu, die diese Kämpfe begleiteten. So kennt man Macha, Badb oder Morrigan, die als Kriegsgöttinnen in die Geschichte eingingen. Keltische Frauen waren also auch im Kriege mehr oder weniger gleichberechtigt.

Über das tägliche Leben der einfachen Bevölkerung wissen wir nur wenig. Die meisten Kelten waren Bauern oder Viehzüchter, Handwerker oder Händler. Die meisten Erzählungen dokumentieren kriegerische Auseinandersetzungen lieber, als über das normale Leben zu berichten. Man geht davon aus, dass sich Frauen und Männer gleichzeitig anstrengen mussten, um das harte Leben zu meistern. Tätigkeiten wurden daher vermutlich gleichberechtigt ausgeführt. Die keltischen Gesetze kennen keine wirkliche Rollenverteilung zwischen Mann und Frau.

Natürlich wird es auch bei den Kelten eine gewisse Arbeitsteilung gegeben haben, denn auch damals war es die Frau, die logischerweise Kinder zur Welt bracht. Typische weibliche Arbeiten wie das Weben, Töpfern oder Kochen sind jedoch ebenso Kulturträger, wie das Bauen von Wägen oder das Schmieden von Waffen. Vielleicht haben sich die Frauen der Kelten auch damals mehr mit “weiblichen” Arbeiten beschäftigt, doch wie es auch heute zahlreiche Frauen gibt, die sich für moderne Technik interessieren, gab es dies damals sicherlich auch bei den Kelten.

Priesterinnen und Seherinnen bis hin zu Königinnen

Die Frauen spielten bei den Kelten auch eine große Rolle in der Religion und der Spiritualität. Frauen, die geistige Führungen übernahmen, wurden als Priesterinnen und Seherinnen anerkannt. Sieht man sich keltische Mythen genauer an, entdeckt man recht schnell, dass sowohl Männer, als auch Frauen, Führungsrollen übernehmen konnten. So gibt es bei den Kelten auch viele Fürstinnen und Königinnen und nicht nur Männer auf dem Thron.

Vor allem Druidinnen waren Botschafterinnen und schlichteten gerne Streitigkeiten. Als bekannteste Druidin und Seherin wird übrigens Veleda genannt. Sie lebte zur Zeit von Kaise Vespasians. 19 Frauen soll es gegeben haben, die das Heiligtum der Göttin Brigid, das Feuer von Kildare, hüteten und ebenfalls Priesterinnen waren. Man sieht also welche Bedeutung Druidinnen, Priesterinnen und Seherinnen damals hatten. Was man in der katholischen Kirche später als Hexe angesehen hätte, war damals ein wichtiger Teil der Gesellschaft. Ironisch oder nicht?

Auch wenn wir nicht viel über die gewöhnlichen Frauen der Kelten wissen, können wir davon ausgehen, dass Frauen damals dem Mann nicht als unterlegen galten. Frauen wurden bei den Kelten nicht nur wegen ihrer Schönheit und Wärme geschätzt, sondern wurden auch als lebensbringenden Wesen verehrt.

So spielten eine sehr wichtige Rolle in der Religion und der Mythologie und übernahmen wichtige Aufgaben. So gab es nicht nur die Hausfrau, die den Hof und die Kinder zu hüten hatte, sondern auch Priesterinnen, Seherinnen und spirituell begabte Frauen, deren Rat auch die Männer oftmals gesucht haben. Anzutreffen sind sie außerdem auf dem Schlachtfeld, als Beistand für die Männer, aber vermutlich auch als Kämpferinnen selbst.

Selbst heute können viele Frauen in bestimmten Ländern von diesem Stellenwert nur träumen. Auf eine gewisse Art und Weise waren die Kelten unserer Zeit teilweise sogar voraus und es gibt einige Dinge, die wir auch heute noch von ihnen lernen könnten.