Götter & Glauben

Keltische Götter und Glauben

Wenn wir von den Kelten sprechen, dürfen wir uns kein einheitliches Volk vorstellen. Vielmehr handelte es sich um unterschiedliche Stämme, die nur lose durch eine gemeinsame Kultur miteinander im Einklang standen. Die Kelten lebten im religiösen Glauben an die Natur und verehrten sehr viele lokale Götter, manchmal waren dies auch einfach nur eine lebensspendende Quelle oder ein schöner Baum. Sie sahen sich bestimmten Zyklen unterworfen, die es auch in der Natur zu finden gab. Keltische Götter gab es viele, doch nicht jeder Stamm verehrte dieselben Götter.

Keltische Götter und die Aufzeichnungen

Es gibt so gut wie keine schriftlichen Aufzeichnungen, die direkt von den Kelten stammen, da ihr Wissen wurde in der Regel stets mündlich überliefert wurde. Sprechen wir also von ihrer Religion und den Gottheiten, können wir nur auf mündlich überliefertes Wissen zurückgreifen.

In der irischen Mythen- und Sagenwelt finden wir zahlreiche Hinweise, auf das sogenannte keltische Pantheon. Diesen Mythen nach herrschten über Irland drei Göttergeschlechter. Die Fomori waren die ersten Gottheiten. Sie waren Meeresgötter und wurden eher als Dämonen angesehen. Später kamen die Tuatha de Danann nach Irland, die als die Kinder der Anas galten. Sie sind das bekannteste Göttergeschlecht aus Irland. Zwischen den beiden Geschlechtern kam es zum Kampf, wobei es zwei große Schlachten gab. Die Fomori wurden besiegt.

Einige Zeit später kamen die Dannans als Göttergeschlecht Irlands an die Macht, die jedoch später von den Milesiern geschlagen wurden. Sie wurden in die irischen Hügel verbannt und leben dort seit diesem Zeitpunkt als Feen.

Die Gestalt keltischer Gottheiten

Keltische Götter traten je nach Stamm in vielen unterschiedlichen Gestalten auf. Auch wenn die Spuren der Kelten in ganz Europa zu finden sind, wissen wir nur sehr wenig über sie. Das Wissen, das wir haben, haben wir meist von griechischen und römischen Schriftstücken. Diese stammen jedoch nicht direkt von den Kelten.

Keltische Götter wurden uns vor allem durch Ausgrabungen nähergebracht. Es sind vor allem die Sagen von Irland und Wales, die uns etwas über die Gottheiten der Kelten erzählen und von deren Eigenschaften und Kräften berichten.

Weil die Kelten sehr naturverbundene Stämme waren, basieren keltische Götter und Wesenheiten stets auf dieser. Die Götter der Kelten traten in unterschiedlichen Gestalten auf und konnten sich auch als Quellen, Bäume oder Felsen zeigen. Diese Dinge wurden wegen ihrer Eigenschaften verehrt. Wer lange auf der Reise war und sich nach frischem Wasser sehnte, muss der Überzeugung gewesen sein, die Quelle, die plötzlich auftauchte, wäre eine Gottheit.

Bekannt sind uns heute über 400 keltische Götter. Ihnen wurden unterschiedliche Kräfte zugesprochen. Zu sagen ist jedoch, dass viele der Götter einfach unterschiedliche Namen hatten. Dies entstand, weil es zahlreiche keltische Stämme gab, die denselben Göttern oftmals andere Namen gaben. Es sind meist nur die Fähigkeiten, die auf derselben Grundlage beruhen. Götter wurden sowohl auf den Inseln, als auch auf dem Festland verehrt.

In unserer Kultur sind die Götter der Kelten immer noch gegenwärtig. Viele Stämme verehrten Flüsse und Bäche als Gottheiten, weshalb einige Flüsse auch heute noch den Namen einer keltischen Gottheit tragen. Die Seine und die Donau sind zwei dieser Beispiele. Die Seine erhielt ihren Namen beispielsweise von der Flussgöttin Sequana, während die Donau einst nach der Muttergöttin namens “Danu” benannt wurde. Wer sich gezielt auf die Suche nach Flüssen, aber auch nach Städten macht, deren Namen einen keltischen Ursprung aufweisen, stellt man schnell fest, wie groß der Einfluss der Kelten eigentlich war.

Keltische Göttin Brigid

Brigid gilt als eine der wichtigsten Gottheiten der Kelten. Sie hat zahlreiche Namen und wird mit dem Licht assoziiert. So steckt ihr Namen auch im englischen Wort “strahlend”, nämlich “bright”.

Brigid war einst eine sehr mächtige und geliebt Göttin der Kelten. Sie galt als Muttergöttin und beschützte die Ernte und das Vieh. Den Erzählungen nach war sie es, die den Menschen alles beigebracht hat, was sie zum Überleben brauchen. Brigid hatte zwei Schwestern, die ebenfalls den Namen Brigid trugen. Zusammen stehen sie als Symbol der Dreifaltigkeit, der Trinität. Genannt werden sie auch gerne “die drei Mütter” oder “die drei Herrinnen von Britannien”.

Göttin des himmlischen Feuers

Das Symbol dieser Göttin ist das Feuer. Jeden Morgen wurde sie als “Göttin des himmlischen Feuers” neu geboren. Dies zeigt uns, dass die Kelten sie wahrscheinlich als “neuer Tag” verehrten. Zu ihren Ehren wurden anfangs Februars jedes Jahr Strohkreuze geflochten, die man anzündete und brennend Berge hinunterwarf. Diese sollten die Kraft der Sonne, die zu diesem Zeitpunkt noch sehr jung war, stärken und Haus und Menschen beschützen.

Ihre Feuerkraft ließ im Februar das Eis wieder schmelzen und die Flüsse wieder fließen. Brigid sorgte also für neue Fruchtbarkeit. Wasser, das auch ihren Quellen hervorging, sollte heilbringende Kräfte besitzen. Menschen wurden durch diese Quellen wieder gesund, Frauen fruchtbarer usw. Sogar Blinden sollte es den Erzählungen nach die Sehkraft wiedergeben.

Brigid wusste um die Kraft der heilenden Pflanzen und gab dieses besondere Wissen an 19 Priesterinnen weiter. Die weisen Frauen brachten das Wissen zu den Menschen und lehrten sie, wie man sich gesund hält. Wie man sehen kann, sind es vor allem Frauen, die in der keltischen Götterwelt ihren Platz hatten. Anders als heute, verehrte man vor allem den weiblichen Aspekt, der Leben schenken konnte.

Keltischer Einfluss im Hier und Jetzt

Man findet heute auch zahlreiche Traditionen dieser Göttin. So weinte und klagte sie beispielsweise, als sie ihren Sohn verlor. Dieses Weinen soll man auch heute noch in Irland wahrnehmen können. Erzählungen wie diese laufen in die Mythologie Irlands über, wo es beispielsweise die sogenannten “Banshees” zu finden gibt. Wer das Weinen dieser Todesfeen hört, weiß, dass bald ein geliebter Mensch sterben wird.

Als christliche Heilige lebt Brigid übrigens ebenfalls weiter. Noch heute ist sie die Nationalheilige von Irland. Christlicher Überlieferung zufolge hat sie in dem Kloster “Kildaere”, welches sie auch gegründet hat, bis zu ihrem Tod am 1. Februar des Jahres 523 gelebt. Die Kirche übernahm schlussendlich dieses Datum sowie den keltischen Feiertag der Göttin Brigid. Seit ewigen Zeiten wird an diesem Tag der erste Frühlingsbeginn gefeiert. Wie man sehen kann, haben also auch wir noch viel keltisches in unseren Traditionen und Festen sowie in unserer Religion.

Mit den Kelten und ihren Gottheiten sind wir auch heute noch unzertrennlich verbunden, auch wenn uns dies nicht immer bewusst sein mag. Wir benannten Flüsse nach ihren Gottheiten, feiern immer noch keltische Feste zu Ehren bestimmter Götter und nahmen auch den einen oder anderen Brauch mit. Die keltische Religion und ihre Götter leben in uns weiter.