Keltische Druiden

Keltische Druiden

Schon seit der Antike sind die Menschen von den keltischen Druiden fasziniert. Doch haben wir auch wirklich die richtige Vorstellung von diesen mystischen Menschen, die im Grunde sogar mehr Macht als die Könige besaßen? Das Wissen, das sie teilten, soll stets streng geheim gewesen sein. Der politische Einfluss war gewaltig und die Kenntnisse, die sie über unsere Natur hatten, waren erstaunlich. Sogar die Römer und Griechen bewunderten diese Würdenträger der keltischen Religion, obgleich sie ihnen vermutlich auch etwas Angst gemacht haben. Woher diese Menschen ihr Wissen hatten, ist heute unklar. Vielleicht macht sie gerade diese Tatsache nochmals mysteriöser und faszinierender.

Die Faszination der Druiden

Alle Fans bekommen zuerst einmal eine gute Nachricht überbracht: Wahrscheinlich haben Druiden tatsächlich Tränke zubereitet, die aus geschnittenen Misteln bestanden. In dem Wort “Druide” finden wir das keltische Wort für die Bezeichnung “weise”. Der erste Bestandteil des Wortes ist wahrscheinlich als “sehr weise” anzusehen. Man assoziiert es auch mit der Eiche, die ohnehin schon als sehr stark und weise gilt.

Die Aufgabe der Druiden bestand vor allem darin, die Heilkunde der Kelten zu tragen. Diese weist eine alte Tradition auf, die über Jahrtausende reichte. Was hat das Ganze nun aber mit den Misteln zu tun? Zur damaligen Zeit glaubte man, dass die Mistel ein Zauberkraut von Bäume wie den Linden, Weiden oder Pappeln ist. Unter den Gelehrten und Priestern war die Mistel daher eine sehr magische, heilige Pflanze, die als Bindeglied zwischen dem Himmel und der Erde fungierte.

Druidische Gelehrte beschäftigten sich also vor allem mit der Natur und ihren Wesen. Sie versuchten die Natur zu verstehen und interessierten sich für ihre Heilkräfte. So wurden Pflanzen genauer untersucht und man beschäftigte sich mit den sogenannten “Krafttieren”. Doch auch Steine, Gewässer, Quellen und Höhlen sowie Berge wurden als Heiligtümer angesehen.

Die Natur und ihre Geisterwelt

Geprägt war das keltische Volk vor allem durch ihre ländlichen Gegenden. Man empfand eine tiefe Verbundenheit zur unberührten Landschaft und den Bäumen und Pflanzen. Die Gelehrten und das Volk glaubten an übernatürliche Mächte, die für das Leben auf dieser Welt verantwortlich gemacht wurden. Das Weltverständnis der damaligen Kelte war stets magisch-spirituell aufgebaut, weshalb die Kelten auch unterschiedliche Formen vom sogenannten “Ahnenkult” betrieben haben. Genauer bedeutet dies, dass beispielsweise auch gerne mit den Toten kommuniziert wurde, vor allem wenn man in die Zukunft blicken wollte. Ein Druide sollte daher auch eine Kontaktaufnahme zum Jenseits bzw. der Anderswelt möglich machen.

Kurz gesagt fungierte ein Druide als Medium, der zwischen den Menschen und Geistern vermitteln sollte. Darüber hinaus konnte ein Druide meist auch heilen, war sternenkundig und konnte in die Zukunft sehen bzw. war hellsichtig.

Aufzeichnungen gibt es auch zu diesem Punkt der keltischen Kultur nur sehr wenige. Einen wichtigen Hinweis auf sie gibt uns in der Tat Julius Caesar, der über die keltische Religion sagte, dass ihr Kernpunkt der ist, dass der Geist bzw. die Seele nach ihrem Tod weiterlebt und einfach nur in einen anderen Körper weicht. Dies lässt und heute wissen, dass die Kelten an die Wiedergeburt glaubten. Zudem sagt Caesar, dass die Gelehrten der Kelten die Natur und die Götter erforschten und dieses Wissen der Jugend weitergaben.

Heute wissen wir, dass sie ihr Wissen jedoch bewusst nur an bestimmte Auserwählte weitergegeben haben. Zudem haben sie es nur in mündlicher Form getan. Verbunden waren sie besonders eng mit dem Wald, der als ihr Lehrmeister galt. In den Wäldern vollzogen sie ihre Rituale und Praktiken. Auch Merlin lebte nach der Artus-Sage in den Wäldern, neben einer kleinen Quelle, die von Haselsträuchern und Früchten der Weisheit umrankt war. Auf viele Menschen übt der Wald auch heute noch eine sehr große Faszination und Anziehungskraft aus. Gelebt sollten die Druiden übrigens in den stillen Wäldern sowie in den heiligen Hainen haben. Von Steuern und weltlichen Belangen waren sie befreit. (Vielleicht hatte man ja Angst, sie würden einem verfluchen!?)

Die sogenannten “Druidenanwärter” lernten die Erkenntnisse und Weisheiten auswendig. Hierfür gab es angeblich zahlreiche Verse. Dabei ging es um magische Formeln, die der Gesundheit und Heilung dienten, um Elixiere sowie Pflanzen und Kräuter. Nach langer Ausbildung dienten sie als Priester, Wahrsager, Seher und Heilkundige und wurden als Hüter der Weisheit angesehen.

Kelten und Tiere

Tiere bedeuteten für die Kelten viel mehr als Nahrung oder Kleidung. Für sie waren Tiere auch Geistwesen und hatten eine sehr große spirituelle Bedeutung. Sie wurden als Schutzgeister angesehen, die gerne auch als Krafttier bezeichnet wurden. Tiere galten damals als wichtige Ratgeber und wurden auch als Reiseführer in die andere Welt gesehen.

In dieser Anderswelt sollen alle Gesetze von Raum und von Zeit aufgehoben werden können. Es handelt sich hierbei um eine Welt der Geister und der Wesenheiten. Gerne spricht man dabei heute über das Jenseits, doch bei den Kelten gibt es einen Punkt, der unsere Vorstellung vom Jenseits stark unterscheidet: In der Anderswelt fand man nicht auf die Seele von Verstorbenen, denn diese sollte wiedergeboren werden und erneut in den ewigen Kreislauf der Natur eingehen. Es gibt zwar einige Quellen, die die Anderswelt auch als Reich der Toten ansehen, doch im Grunde hatte man nicht die Vorstellung, dass ein Verstorbener das ewige Leben im Jenseits findet.

Es war vor allem der Rabe, der in den Vorstellungen der Druiden als ganz besonders übernatürlich angesehen wurde. Denken wir ein wenig darüber nach so finden wir Ähnlichkeiten mit Erzählungen von Hexen. Dem Raben schrieb man die Fähigkeit zu, in die Vergangenheit und in die Zukunft blicken zu können. Dabei bewegte sich ein Rabe durch den dünnen Schleier von Zeit und Raum, weshalb er als Bote zwischen den zwei Welten diente. Das Tier galt bei den Kelten daher als Überbringer von Heilung und wurde als Vogel der Göttin des Todes angesehen.

Bäume und Kräuter mit heilender Wirkung

Bäume und Kräuter wurden damals als sehr magisch angesehen. Vor allem Bäume beneidete man, da sie nicht nur besonders groß und mächtig waren, sondern auch sehr alt werden konnten. Dies wurde als besonders weise angesehen.

Es ist nur logisch, dass man sich auch um das Wissen um die Kräuter bemühte, denn diese konnten für Heilung sorgen und mitunter sogar vor dem Tod bewahren. Woher all das Wissen stammte, weiß man heute nicht, doch wer sich intensiv mit der Natur beschäftigt bemerkt, dass sie dem Menschen im Grunde alles gibt, was er benötigt.

Druiden sind auch heute noch faszinierend für uns. Wir sehen sie als magische Führer und sprechen ihnen die eine oder andere Fähigkeit zu. Dabei handelt es sich meist natürlich um Legenden, denn direkte Aufzeichnungen haben wir von ihnen heute nicht. Legenden gibt es über sie jedoch wie Sand am Meer und in jeder Legende steckt ja meist ein Körnchen Wahrheit...