Musik & Kunst

Keltische Musik und Kunst

Die modernen Nachkommen der Kelten leben in Irland, Schottland, Maine, Cornwall, Bretagne, Wales, Galicien, Asturien und Cantabria. Eine große Rolle spielte bei ihnen die keltische Musik. Sie ist ja die Stimme der Seele, die Verkörperung der Kultur und der Ausdruck von unterschiedlichen Emotionen. Die Musik kann gut helfen, sogar in Verzweiflung zu überleben. Die keltische Musik nutzten die alten Druiden geschickt in zahlreichen mysteriösen Ritualen. Der größte Teil der Druiden wanderte als Barden um die Welt. Die Barden besaßen zwar eine Theorie, wussten aber nicht, wie sie den Zauber der Musik in vollem Umfang nutzen können.

Der einfachste Vergleich: Viele Leute kennen das Rezept für ein Gericht, aber nur der Koch kann nach diesem Rezept ein kulinarisches Meisterwerk zubereiten, für den Rest bleibt es nur ein Rezept. Ein moderner Mensch kann eine riesige Bibliothek mit alten Manuskripten besitzen, aber er muss zumindest die Sprache kennen, um Informationen zu bekommen. Ansonsten sind das einfach nutzlose Sachen, die unnötig Platz einnehmen.

Barden kannten Hunderte von Liedern und Legenden, besaßen eine Stimme, aber nur die höchsten Druiden besaßen das Geheimnis der musikalischen Magie.

Die mystische Ekstase keltischer Zauberer

Mit Hilfe eines besonderen Tanzes mit spezieller Musik konnte der so genannte Zustand der Erleuchtung erreicht werden. Durch keltische Musik entstanden Zukunftsvisionen. Dies ist etwas, was dem Schamanismus ähnelt: Wenn Zauberer sich in mystische Ekstase (den höchsten Zustand der emotionalen Energie) treiben, können sie mit Geistern kommunizieren. Jeder konnte versuchen, ein Druide zu werden, aber es waren viele Prüfungen erforderlich. Wer sie bestanden hat, hatte viel erreicht. Dann durfte er einen Stab tragen.

Die Prüfungen waren ziemlich hart, man musste ein gutes Gedächtnis haben, um sich den Text des Liedes zu merken. Und trotzdem wagten es so einige. Diejenigen, die den Test bestanden hatten, wurden in den Dienst des leitenden Barden gestellt. Während der Studienjahre sollten sie aus verschiedenen Quellen von einigen hundert bis zwanzigtausend poetischen Werken lernen und gelegentlich vor dem Publikum auftreten. Die Vorstellungen wurden natürlich bezahlt, aber die Schüler mussten den ganzen Gewinn mit dem Lehrer teilen. Von diesem Zeitpunkt an hatte jeder Schüler zu jeder Zeit eine Harfe bei sich. Das war ein Zeichen seiner Zugehörigkeit zur Bardenkaste. Und selbst wenn der Kelte aus irgendeinem Grund die Ausbildung nicht abschloss, blieb die Harfe doch bei ihm und er konnte damit seinen Lebensunterhalt finanzieren. Das war für viele ganz wichtig. Die Persönlichkeit des Barden zählte immer als unantastbar. Wenn jemand beschloss, den Barden zu beleidigen, wurde er hart bestraft.

Das heilige Recht der Barden

Die Leute glaubten, dass ein Barde immer die Wahrheit spricht. Sie vertrauten ihm. Sein Mund kann nicht lügen. Und wenn jemand den Barden des Lügens beschuldigte, drohte ihm eine Vertreibung aus seiner Heimat, völlige Missachtung seines Wesens. Die Menschen waren immer in der Lage, dankbar und rachsüchtig zu sein.

Beim Singen gab es einige Punkte, die beachtet werden sollten. Zum Beispiel wenn ein Barde nur drei Lieder für einen König sang, musste er für einen einfachen Menschen so lange singen, bis er ihn bat aufzuhören.

Die Barden lebten auch zusammen mit den berühmtesten Kelten im Palast. Am königlichen Tisch saß der Barde immer neben dem König. Seine Frau sollte ein sehr teures Kleid haben, das so viel kostete wie drei Kühe. Der Barde hatte ein heiliges Recht, die Schwachen zu beschützen und die Täter vor den König zu bringen.

Es ist tatsächlich keltische Kunst

Das Können der Kelten wird heute durch archäologische Funde bestätigt. Bereits 1853 wurde in der Schweiz ein Pferdegeschirr gefunden. Die Kunst, mit der seine Details gemacht wurden, ließ die Wissenschaftler erst zweifeln: Wurde das wirklich von den Kelten in der Antike gemacht oder ist es eine moderne Fälschung? Heutzutage ist ja alles möglich, nicht selten versuchen unehrliche Menschen auch auf diese Weise Geld zu verdienen. Die Fachleute waren bald überzeugt – es ist tatsächlich keltische Kunst. Moderne Forscher bestätigten, dass die keltischen Meister in der Lage waren, großartige künstlerische Entwürfe auf höchstem Niveau auszuführen.

Kunst der Kelten im Museum bewundern

Heute kann man so manches Museum besuchen und die keltische Kunst bewundern. Eine historische Stätte ist zum Beispiel der Martberg bei Pommern. Sie hat eine große Bedeutung. Auf diesem Bergplateau konnte man eine keltische Stadt sehen. Später wurde sie zu einem großen römischen Heiligtum. Das Heiligtum konnte von den Fachleuten im Archäologiepark Martberg zum Teil rekonstruiert werden. Hier haben die Besucher eine gute Gelegenheit, die keltische Kunst kennen zu lernen. Die weiteren Rekonstruktionen erlauben auch, einen schönen Einblick in das Leben der Kelten und Römer.

Das hervorragende Kunstschaffen der Kelten wurde zum ersten Mal in einer großen Ausstellung gewürdigt. Hier zeigten die Fachleute die wunderbare keltische Kunst. Die Meisterwerke stammten aus ganz Europa und umfassten 14 Jahrhunderte. Die Ornamentik musste erst entziffert werden, aber dabei halfen archäologische Originalfunde sowie Grafiken und auch Computeranimationen.

Kunst der Kelten in den Städten

In den keltischen Städten unterhielten professionelle Akrobaten und starke Männer die Bürger auf den Straßen. Die Frauen rasierten sich die Augenbrauen, trugen schmale Gürtel, die ihre dünnen Taillen betonten. Fast jede trug Bernsteinperlen. Bei der geringsten Bewegung erklangen schwere Armbänder und Halsringe aus Gold. Die Frisuren ähnelten den Türmen - dazu wurden die Haare mit Kalkwasser benetzt. Mode in der Kleidung - orientalisch hell und bunt. Sie änderte sich jedoch ganz oft. Die Männer trugen alle Schnurbärte und goldene Ringe um den Hals.

Die Kelten hatten ein strenges Gesetz - man muss dünn sein. Deshalb beschäftigten sich viele mit Sport. Wem der "Standard"-Gürtel nicht passte, wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.

Keltische Kunst beeinflusste Europa

Die frühe europäische Literatur, die Folklore, hat von den Kelten viel gelernt. Die Helden mittelalterlicher Legenden - Tristan und Isolde, Prinz Eisenherz und der Zauberer Merlin - wurden alle von den Vertretern dieses Volkes gesammelt.

In ihren heroischen Sagen, die im 8. Jahrhundert von irischen Mönchen aufgezeichnet wurden, gibt es märchenhafte Ritter wie Persifal und Lancelot. Über das Leben der Kelten und ihre Rolle in der Geschichte Europas wird heute wenig geschrieben. Sie hatten mehr Glück in der modernen Unterhaltungsliteratur, hauptsächlich in französischen Comics.

Heute kann man über keltische Lieder vieles erfahren. Das Internet erlaubt es, auf bestimmten Portalen keltische Lieder zu finden. Sie stellen uns lebhaft das Leben vor vielen Jahrhunderten dar.