Keltische Stämme

Keltische Stämme

Die Kelten waren niemals ein einheitliches Volk, sondern eher eine Gruppe von Menschen, die eine gemeinsame Kultur, Sprache, Religion sowie Mythologie pflegten, auch Kunst und Kultur teilten die Kelten. In genetischer Hinsicht waren sie jedoch nicht unbedingt immer miteinander verwandt. Keltische Stämme gab es jedoch sehr viele. Man unterscheidet prinzipiell zwischen den sogenannten “Festlandkelten” sowie den “Inselkelten”. Daneben gab es auch noch eine Gliederung in kleinere oder größere Stammesgruppen. Es gab also viele keltische Stämme unter ihnen. Doch welche Stämme waren das?

Die Helvetier

Die Helvetier wurden aus ihrem eigentlichen Siedlungsgebiet, das sich in der Region Rhein-Main-Donau befang, von germanischen Stämmen verdrängt. Sie wichen in den Nordwesten der Schweiz aus. Durch eine erfolgreiche Schlacht gegen die Römer siedelte der Stamm fast in der ganzen heutigen Schweiz. Durch die Eroberung von Gallien durch Julius Caesar, wurde auch die Unabhängigkeit ver Helvetier beendet. Für eine lange Zeit, die von Frieden geprägt war, wurden sie nun Teil des Römischen Reiches. Nur einige Ausnahmen gab es.

Der keltische Stamm gilt das erste Volk, von dem wir wissen, das in der Schweiz gelebt hat. Zumindest ist es das erste Volk, von dem wir auch schriftliche Kunde haben. An sie erinnert die offizielle Bezeichnung der Schweiz immer noch: Confoederatio Helvetica, daher auch das CH bei den Autokennzeichen und im Internet. Zudem findet man das Wort HELVETIA auf Briefmarken und Münzen der Schweiz.

Die Helvetia und ihre Kultur gelten als die Blüteperiode der Kelten. Über das private, alltägliche Leben der Helvetia wissen wir kaum bis gar nichts. Was wir jedoch wissen ist, dass es rege Handelsbeziehungen gab. Handelsgüter waren damals vor allem Schmuck und Wein sowie Eisenbarren. Doch auch Menschen wurden in dieser Zeit gerne getauscht. Es waren vor allem Kriegsgefangene, die als Sklaven gehandelt wurden, wahrscheinlich jedoch auch Menschen, die aus unteren Schichten kamen.

Da Wein sehr beliebt war, gab es auch unterschiedliche Gefäße wie beispielsweise Becher, Trinkschalen oder Krüge, die getauscht wurden. Auch Öllampen aus Ton wurden gefunden, was darauf hingedeutet, dass man sogar Öl importiert hat.

Die Belger

Keltische Stämme gab es viele. Die Belger oder auch Belgen sind ein gallischer Stamm, der nördlich der Seine und Marne lebte. Julius Caesar unterschied diesen Stamm von den Aquitanern und de Galliern, die ebenfalls im heutigen Frankreich lebten. Das heutige Belgien, das so wie wir es heute kennen, erst seit 1830 existiert, wurde teilweise nach ihnen benannt. Eine wirkliche historische Verbindung zwischen den heutigen Belgen und den Belgern gibt es jedoch nicht.

Die Belger galten als besonders tapfer. Der Name bedeutete übrigens wahrscheinlich Gras, Kraut oder Wiese. Eine andere Deutung besagt, dass der Begriff so viel wie Angst oder Furcht bedeutet, was ebenfalls Sinn ergeben würde, da man Kelten in der früheren Zeit generell gefürchtet hat.

Die Galater

Die Galater sind Nachfahren keltischer Söldner. Keltische Stämme wie die Galater galten als kriegerisches Volk. Sie ließen sich im heutigen Ankara nieder, das man damals Galatien nannte. Sie selbst teilten sich ebenfalls in drei Stämme: die Tolistobogier, die Trokmer sowie die Tektosagen. Sogar im Neuen Testament werden sie erwähnt. (Brief von Paulus an die Galater)

Die Galater waren in drei Stämme und jeder dieser Stämme wiederum in vier Gruppen unterteilt. Jeder dieser Gruppen obstand ein sogenannter Tetrarch. Jedem Tetrarchen wiederum waren ein Feldherr und ein Priester sowie Befehlshaber untergeordnet. Später herrschte nur noch ein König über alle Galater.

Durch das schlechte Klima von Galatien, das oft sehr heiße, trockene Sommer und lange schneereiche Winter zu bieten hatte, hatten die Galater nicht unbedingt die beste Landwirtschaft. Fruchtbar waren vor allem die Flussniederungen sowie die Steppe, in der würzige Kräuter angepflanzt wurden. Es gab Schafhaltung, Bienenzucht und man hatte ausreichend Wolle und Milch. Es gab zahlreiche Olivenbäume, die Öl lieferten. Auch Edelsteine gab es in dem Land. So lieferte Galatien vor allem den Opal und den Rauchtopas.

Der Kriegsdienst war für alle Galter sehr wichtig. Bei jedem Krieg, den es in der Region gab, hatten sie mitgekämpft, als tapfere Söldner. Bei den Kelten denkt man meist an kalte Gebiete, mit tiefen Wäldern, doch Galatien beweist, das dem nicht immer so ist. Die Kultur der Galater unterscheidet sich daher auch relativ stark von anderen Stämmen.

Die Cantae (Cantiaker)

Dieser keltische Stamm, kam aus dem heutigen Kent der South Downs. Der Hauptort dieses Stammes war Dorevernum Cantiacorum, was wir heute als Canterbury kennen. Sie beteiligten sich einst an den Aufständen der Kelten in Britannien, wurden nach dem Aufstand jedoch immer mehr romanisiert. Ihre Sprache ging immer mehr verloren.

Als im Jahre 410, die Römer das Land wieder verließen, wurden sie unabhängig. Erst im Jahr 699 unterwarfen die Friesen zusammen mit den Sachsen die Cantae. Sie waren innerhalb von nur 200 Jahren vollkommen germanisiert.

Die Carvetii (Carvetier)

Dieser keltische Stamm kam aus Civitas, das im heutigen Cumbria sowie Nord-Lancashire im Nordwesten von England liegt. Erwähnt werden sie in keinen Texten. Bekannt sind sie uns nur von Inschriften in Cumbria. Heute wird angenommen, dass ihre Hauptstadt das heutige Carlisle war.

Es gab zahlreiche keltische Stämme, die uns namentlich bekannt sind. Vermutlich wissen wir über die Existenz von vielen weiteren gar nicht Bescheid. Die meisten Menschen haben ein vollkommen verdrehtes Bild von den Kelten. Man denkt, sie lebten in den kalten Wäldern von Deutschland, der Schweiz, Frankreich oder Großbritannien. Dem ist auch so, doch die Kelten hatten unzählige Stämme, die auch in warmen, trockenen Gegenden lebten. Von ihren Stämmen und Bräuchen wissen wir heute nicht sehr viel. Viele Überlieferungen stammen von anderen Völkern, die die keltischen Stämme immer als etwas Magisches und Furchteinflößendes sahen. Für zivilisierte Menschen wie diejenigen, die im Römischen Reich lebten, erschienen sie wild und unzähmbar. Wahrscheinlich waren die Kelten einfach nur freier und konnten somit ihren eigenen Bräuchen folgen.

Inselkelten und Festlandkelten

Die Stämme der Inselkelten unterscheiden sich mitunter sehr von denen, die wir auf dem Festland finden. Dies liegt vor allem daran, dass sie es mit anderen Bedienungen zu tun hatten. Auf dem Festland herrschte ein anderes Klima, es gab eine andere Landschaft und daher waren auch ihre Mythen meist anders, als die, die wir aus Irland und Schottland kennen. Die meisten Menschen sind heute wohl vor allem von den irischen und schottischen Kelten fasziniert, die mit ihren Geschichten und Mythen von Feen, Kobolden und anderen Zauberwesen für Begeisterung sorgen. Wahrscheinlich würden sie uns und unsere Vorstellung von ihnen heute belächeln...